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 Cottonera(Three Cities) - die 'drei Städte': Vittoriosa, Cospicua und Senglea
torsten Offline

Großmeister

Beiträge: 386

28.10.2008 11:28
Cottonera(Three Cities) - die 'drei Städte' Antworten
Cottonera(Three Cities) - die 'drei Städte': Vittoriosa, Cospicua und Senglea




Der Begriff Cottonera beschreibt die drei Städte: Vittoriosa(Birgu), Senglea(L'Isla) und Cospicua(Bormla). Die mittlere Landzunge, Vittoriosa, war die einzigste der 3 Halbinseln, die bei der Ankunft der Johanniter im Jahre 1530 besiedelt war. Früher wurde die Stadt als 'Borgo del Castello' bezeichnet. Daraus wurde der heutige Name Birgu. Valletta gab es zu dieser Zeit noch nicht. Den neuen Namen, Vittoriosa, bekam die Stadt nach der großen Belagerung der Türken. Vittoriosa bedeutet, 'die Siegreiche' und ist noch heute der Ehrenname der Stadt. In 1552 ließ der Großmeister Claude de la Sengle die Nachbarhalbinsel befestigen. Der reiche Orden gab vielen Menschen Arbeit und die beiden Landzungen waren schon bald überbevölkert. Die Folge war, dass sich viele Menschen zwischen den beiden Landzungen niederließen. Die Johanniter nannten diese Stadt Cospicua, das heutige Borma.



Diese drei Städe werden heute als 'Three Cities' bezeichnet. Sie sind alle älter als Valletta. Im Jahr 1571 zog der Orden nach Valletta um. Im Jahr 1638 wurden die Margerita Lines und in den Jahren (1670-80) die Cottonera Lines vollendet. Diese Verteidigungsgürtel sind noch heute gut zu erkennen.

Die drei Buchten zwischen den Halbinseln werden als Kalkara, Dockyard Creek(zwischen Vittoriosa und Senglea) und French Creek(beheimatet den heutigen Hafen) bezeichnet. 1848 nahm die Royal Navy im Dockyard Creek das erste Reparturdock in Betrieb.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Städte, wegen des dort liegenden Hafens, stark bombardiert. Große Teile der Wohngebiete und Werftanlagen wurden zerstört.



Vittoriosa (Birgu)



In Vittioriosa gibt es unglaublich viel zu entdecken, die gesamte Stadt besteht beinahe nur aus Sehenswertem. Vittoriosa ist umgeben von einem bemerkenswerten Flair, sei es geschichtlich, kulturell oder auch modern. Die Struktur der Stadt gleicht einem Dreieck. An der zum Festland gerichteten Seite befindet sich eine große Stadtmauer mit zwei Toren.



Der interessanteste Weg die Stadt zu betreten, ist durch das untere Tor, die Couvre Porte. Die Seite, welche zum Hafeneingang gewendet ist, hat ebenfalls eine Stadtmauer. Auf der Mauer befindet sich eine schöne Promenade, hoch über dem Meer. Von dort hat man einen schönen Blick auf Valletta, den Hafeneingang und Kalkara. An der Spitze des Dreiecks befindet sich das Fort St. Angelo. Das Fort ist atemberaubend, wird jedoch zur Zeit renoviert, was auch unbedingt nötig ist. An der letzten Seite des Dreiecks, die zum Dockyard Creek gerichtete Seite, gibt es keine Stadtmauer. Auf dieser Seite befindet sich das Casino di Venezia, das Maritime Museum, die St. Lawrence Kirche und ein Luxushotel(zu dieser Zeit noch im Bau). In der Stadt selbst lauert um jede Ecke etwas Neues, noch Interessanteres und Schöneres zu entdecken. Im Zentrum befindet sich der Siegesplatz(Victory Square). Der Platz wurde nach der großen Belagerung der Türken so genannt. In der 'Poste de Castille', der Verteidigungsstellung, hat sich der Großmeister LA VALLETTE(nach ihm wurde die Hauptstadt Valletta benannt) während der großen Belagerung der Türken, im Jahre 1565, verwundet. Angeblich sind die Türken bereits in der Stadt gewesen, als der Großmeister La Vallette, an der Spitze seiner Leibwachen, sie in die Flucht geschlagen hat. Das Leben in der Stadt geht einen gemütlichen Gang. Die Leute sind sehr freundlich, hilfsbereit und immer für einen kurzen Schwatz offen.

Couvre Porte - Eingangstor nach Vittoriosa(Birgu)
Die Couvre Porte ist wahrscheinlich die interessanteste Art Vittoriosa(Birgu) zu betreten. Es gibt zwar noch zwei andere Möglichkeiten, diese beinhalten jedoch nicht das gleiche Flair. Die Couvre Porte führt durch den Poste d'Aragon über eine kleine Brücke, durch ein Tor, zu dem Poste de France. Von dort aus führt ein weiteres Tor in die Innenstadt. Insgesamt gibt es also drei Tore, deshalb wird die Couvre Porte auch als 'The three gates' bezeichnet. Der Poste d'Aragon und Poste de France sind Befestigungswälle. Der Poste d'Aragon ist sehr schön erhalten. Er ist, wie zu damaligen Zeiten üblich, wie ein 'V' aufgebaut. Der Poste de France liegt hinter einem Graben. Man erreicht ihn über eine kleine Brücke die von dem Poste d'Aragon ausgeht. Der Poste de France bildet die letzte Bastion vor der Stadt.



Die Kirche der Anunzjata(Church of the Annunciation)
Die Kirche der Anunzjata(Church of the Annunciation) befindet sich nicht weit von dem Eingangstor von Vittiorosa(Birgu) entfernt. Wenn man die Hauptstraße entlang läuft erscheint die Kirche auf der linken Seite. Die Kirche wird von dominikanischen Mönchen geleitet. Eine Kirche wurde an dieser Stelle erstmals in 1528 gebaut. In 1639 wurde diese dann vergrößert. Die vergrößerte Kirche überdauerte etwas mehr als 300 Jahre, als sie während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Im Jahre 1960 wurde sie vollkommen rekonstruiert. Das Fest des St. Dominic findet hier jährlich am letzten Wochenende des Monats August statt.

Inquisitor's Palace
Der Inquisitor's Palace war am Anfang ein recht kleines Gebäude. Bis zum Jahr 1574 diente das Gebäude als Castellania, das war das damalige Gericht. Nachträglich diente es als Sitz für die 63 Inquisitoren und beinhaltete ebenso dessen Gericht und ein Gefängnis. Die Inquisition wurde von dem Großmeister Cassière unterstützt. Ein Inquisitor, war ein Delegierter, der vom Papst nach Malta gesandt wurde, um Zweifel an der Kirche auszumerzen. Er war ebenfalls dafür zuständig, eventuelle Auseinandersetzungen zwischen dem Großmeister bzw. den Rittern und den ortsansässigen Bischöfen zu klären. Die Institution bestand bis 1798, als Napoleon sie verbannte. Zwei von den 63 Inquisitoren wurden zum Papst gewählt: Fabio Chigi (1599-1667) als Alexander VII und Antonio Pignatelli (1615-1700) als Innocent XII. Während der Zeit der Briten diente es kurze Zeit als Offiziersunterkunft. Nach dem Krieg wurde es vorübergehend an die Dominikanischen Mönche übergeben, weil deren Kirche zerstört wurde.

Pjazza Vittoriosa(Victory Square) im Zentrum von Vittoriosa(Birgu)
Der Victory Square(Siegesplatz) liegt direkt im Zentrum von Vittiorosa(Birgu). Bei den Einheimischen ist der Platz als Il-Pjazza bekannt. Auf dem Platz befinden sich zwei Statuen. Die weiße Statue von St. Lawrence wurde 1880 gebaut. Die grüne Statue verinnerlicht die große Belagerung der Türken 1565. Es wird auch als Siegesmonument(Victory Monument) bezeichnet. Die Statue wurde im Jahr 1705 erbaut. Auf dem Platz gibt es ein kleineres Café, wird jedoch vorwiegend von Einheimischen und Maltesern besucht.

Sacra Infermeria
Diese Kirche wurde von Lorenzo Gafa 1672 erbaut. Angefügt ist ein Konvent, das früher ein Ordenshospital der Ritter war. Daher der Name Sacra Infermeria. Seit 1652 leben dort Benediktiner Nonnen. Die Nonnen, die dort heute noch leben, befolgen noch immer ihr strenges Gelübde, wodurch sie daran gebunden sind das Konvent niemals zu verlassen.

The Church Close und St. Joseph's Oratory
Das Gebiet um die Kriche Close(Church Close) und St. Joseph's Oratory ist verteilt in drei kleinere Quadrate. Das Oratorium von St. Joseph ist heute ein kleines Museum. Man kann dort unter anderem den Hut und das Schwert von Jean de la Valette finden, oder das Spielgeld, das von den Briten während des Zweiten Weltkriegs eingeführt wurde, um zu verhindern, dass das Geld(Englische Pfund), im Falle einer Eroberung in die Hände der Nazis fiele. Das Gebiet war früher eine Grabstelle für diejenigen, die während der großen Belagerung der Türken im Jahre 1565 starben. Die Kirche ist 'Our Lady of Damascus' gewidmet.

Parish Church of St. Lawrence
Die Kirche San Lawrenz (St. Lwarence) liegt am Ufer des Dockyard Creek, hinter dem Freedom Monument. Die Kirche ist monströs und soll die erste Konventionskirche des Ordens im Jahre 1530 gewesen sein. Nach lediglich zwei Jahren wurde die Kirche in einem Feuer vollständig zerstört. Der Neubau im Stil des römischen Barock stammt von Lorenzo Gafa, irgendwann um 1692. Fertig gestellt wurde die Kirche jedoch erst 1913, als der zweite Turm angefügt wurde. Das Innere der Kirche ist mit rotem Marmor verkleidet. Schöne Gemälde hängen in der Kirche, jedoch ist das mit Abstand schönste Gemälde, das welches hinter dem Hauptaltar hängt. Das Gemälde ist als das Martyirum des hl. Laurentius bekannt und stammt von Mattia Preti. Dieses Gemälde soll das größte sein, das der Maler, Mattia Preti, jemals gemalt hat. Ebenfalls beeindruckend ist die kostbar verzierte Statue des Heiligen aus dem 16. Jahrhundert. Das Fest des San Lawrenz(St. Lawrence) wird jährlich am 10. August gefeiert.



Fort St. Angelo
An der Spitze der Landzunge befindet sich die wohl älteste befestigte Stellung in Vittoriosa. Es wurde bereits 1274 als Castrum Maris dokumentiert, aber es ist wahrscheinlich, dass das Gebiet bereits davor befestigt gewesen war. Zu mittelalterlicher Zeit wurde das Fort von dem Kastellan besetzt, um die Interessen seines Kriegsherr (residierte in Sizilien) zu vertreten. 1530, als die Johanniterritter auf die Insel kamen, wurde das Fort die vorzeitige Niederlassung des Großmeisters. Neue Befestigungen wurden gebaut um das Fort gegen Geschützfeuer zu sichern. Auf dem Fort befindet sich das 'House of the Castellan'(Magistratspalast) und die St. Anne's Chapel. Von 1912 bis 1979 diente das Fort als Hauptquartier des Admirals der britischen Flotte im Mittelmeerraum. Zu dieser Zeit war das Fort als HMS (Her Majesty's Ship) bekannt. Als rechtliche Nachfolger der Johanniterritter, hat der Malteserorden eine Vertretung hier eingerichtet.
Das Fort erreicht man lediglich über eine kleine Brücke, die sich auf der Seite des Dockyard Creek befindet. Das Fort wird im Moment renoviert, trotzdem kann man es besichtigen. Vom Fort hat man einen wunderschönen Ausblick über den Hafen(Grand Harbour) und Valletta.

Freedom Monument
Das Freiheits Monument(Freedom Monument) steht direkt vor der San Lawrenz Kirche(Parish Church of St. Lawrence) am Dockyard Creek. Es soll den Abzug der letzten britischen Truppen von Malta symbolisieren. Am 31. März 1979 verließ die letzte britische Fregatte den Hafen von Malta. Dies beendete die 180 Jahre andauernde Militärpräsenz auf der Insel. Die Statuen sollen Malteser symbolisieren, wie sie den Engländern Lebewohl sagen.

Maritime Museum
Das Maritime Museum befindet sich direkt an der Promenade des Dockyard Creek. Es setzt sich aus mehreren Häusern zusammen, wie zum Beispiel, dem Palast des Kapitäns der Galeeren, dem Haus des Generals der Galeeren, dem Naval Store und der Naval Bakery. Letztere stammt aus dem Jahre 1844. In dem Maritimen Museum werden Exponate, Gemälde und andere Gegenstände im Zusammenhang mit Marinegeschichte ausgestellt.

Vittoriosa 1565 Museum
In diesem Museum wird die Große Belagerung der Türken von 1565 dargestellt. Die Belagerung dauerte 4 Monate. In dem Museum werden lebensgroße Ritter und Türken in Aktion gezeigt; La Valette bei seiner Danksagung nach dem Sieg; Dragut's Camp; die Torture Chamber(Folterkammer) und ein Video.

Bishop's Palace
Der Bischofpalast wurde in 1542 von dem Bischof Cubelles erbaut. Erweitert wurde er 1542 von dem Bischof Cagliares. Der Palast diente ebenfalls als Bishop's Curia und vor kurzen als Schule.




Cospicua (Bormla)



Cospicua(Bormla) liegt vor den beiden Landzungen, Vittoriosa(Birgu) und Senglea(L'Isla). Die Stadt wurde im Jahr 1717 entworfen, wegen der Überbevölkerung der beiden Landzungen, Vittoriosa und Senglea. Die Stadt wird von zwei Befestigungswällen umgeben. Die Äußere ist unter dem Namen Cottonera Lines bekannt, und die Innere unter den Namen Margerita Lines.



Gut erhalten sind die meisten Tore der Wälle. Nennenswert sind das St. Helen Gate, das Verdala Gate, das Polverista Gate und das Zabbar Gate(Notre Dame Gate) im inneren Wall der Margerita Lines. Zwischen den Margerita Lines und den Cottonera Lines befindet sich nicht viel, bis auf ein paar Neubauten und dem Fußballplatz.
Die Innenstadt ist mit verwinkelten Gassen und Treppen verzweigt. Einige der kleinen Wege führen in eine Sackgasse und sind meistens nicht einmal auf irgendeiner Karte eingezeichnet.

Die kleinen Gassen sind sehr belebt, vor allem am Abend wenn die gesamte Familie zuhause ist. Leute treffen sich dort um ein bisschen Small Talk zu betreiben, Kinder spielen Spiele, Erwachsene rauchen eine oder gehen spazieren.



An der Promenade, gegenüber des Dock No. 1, befindet sich die Kirche Immaculate Conception. Die originale Kirche an dieser Stelle, wurde erstmals 1584 erbaut. Im Jahr 1637 wurde sie erweitert und im Jahre 1828 wurde sie dann gesegnet. Unterhalb der Kirche befindet sich vor der Straße, Triq Santa Teresa, ein Monument, welches den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist.

Auf der anderen Seite des Dock No. 1 befindet sich eine weitere Kirche, welche St. Paul gewidmet wurde. Dir Kirche wurde 1741 erbaut.




Malta Sengla (L-Isla)



Die Halbinsel Senglea(L-Isla) liegt südlich von Valletta am Grand Harbour. Auf der linken Seite befindet sich der French Creek, wo sich heute die Docks mit den großen Kränen befinden. Auf der rechten Seite, befindet sich der Dockyard Creek und Vittoriosa(Birgu). Südlich von Senglea findet man Cospicua(Bormla).



Senglea wurde von Großmeister 'De La Sengle' im Jahr 1551 geplant. Von ihm hat die Stadt auch ihren Namen, Senglea.
Ein gewaltiges und prächtiges Tor ebnet von Cospicua(Bormla) den Weg in die Stadt. Am Eingang von Senglea befindet sich das Fort St. Michael, dessen Rolle eine wichtige Bedeutung während der großen Belagerung der Türken spielte.

Die Hauptstraße 'Triq il-Vitorija'(Victory Street), als auch die Kirche 'Madonna ta Vitorija' erinnern an den Sieg über die Türken(Osmanen).
Die Originale Parish Kirche(Madonna ta Vitorija) wurde in 1743 erbaut. Diese wurde jedoch während einem schweren Angriff im Zweiten Weltkrieg zerstört(1941). Die jetzige Kirche wurde 1957 fertig gestellt. Vor der Kirche steht ein Monument, das den Opfern des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist.



Die andere Kirche der Stadt, die St. Philips Neri Church, wurde 1662 erbaut. Sie steht nahe an der Spitze der Halbinsel. Von dortaus führt eine kleine Straße auf der rechten Seite zu einer Aussichtsplattform mit einem kleinen Garten.

Ganz vorne an der Spitze befindet sich die 'Vedette', in maltesisch auch als 'gardjola' bekannt. Die Vedette ist ein Ausgucksposten. Auf der Vedette findet man die Skulpturen von zwei Augen, zwei Ohren und einem Kranich - diese Zeichen sollen die Wachsamkeit der Ritter wiederspiegeln. Die lateinische Inschrift besagt, dass die Einwohner der Stadt in Ruhe leben können, da dieser Turm Wache steht gegen jeden Eindringling, der versucht sich den maltesischen Buchten zu nähern.

Von der Aussichtsplattform an der Spitze der Halbinsel hat man beinahe einen 360° Blick auf den Grand Harbour. Vor allem die Nachbarinsel Vittoriosa(Birgu) und Valletta lassen sich schön ansehen.


Tipp: Vor der Plattform befindet sich eine kleine Treppe, die nach unten zu einer sehr gemütlichen Terrasse mit Sitzbänken führt. Eine wunderschöne Art den Tag ausklingen zu lassen!





Quelle: imalta.de
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