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 Maltesisches Weltkulturerbe
torsten Offline

Großmeister

Beiträge: 386

05.11.2008 09:58
Clapham Junction (Malta) Antworten

Clapham Junction (Malta)


Clapham Junction ist eine prähistorische Anhäufung von Schleifspuren im Süden von Malta, deren Zweck und Alter bis heute ungeklärt sind. Im Allgemeinen wird heute angenommen, dass sie zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. entstanden, d.h. während der Bronzezeit, die in Malta durch eine neue Besiedlung begann. Zusammen mit den megalithischen Tempeln auf der Insel gehören diese Spuren zu den noch nicht gelüfteten Geheimnissen aus der Geschichte Maltas.




Clapham Junction bei Dingli


Ihre Bezeichnung verdankt die Anlage dem Umstand, dass ein Engländer, der über sie berichtete, bei ihrem Anblick an die Anordnung der Gleise im gleichnamigen Bahnhof in London erinnert wurde.

Die Rillen
Die Rillen sind auf der ganzen Insel (zum Teil auch auf Gozo) zu finden, die Anlage Clapham Junction, die sich bei den Dingli Cliffs im Süden der Insel Malta befindet, ist jedoch die eindrucksvollste.
Die paarweise in den harten Kalkstein eingeritzten Spuren sind bis zu 50 cm tief und haben einen Abstand von 110 bis 140 cm. Diese an Gleise erinnernden Rillen kreuzen sich zuweilen, einige verzweigen sich oder bilden "Weichen", was den Eindruck von Bahngleisen in einem Bahnhof verstärkt.


Theorien über den Zweck
Über das Rätsel der „Gleise“ gibt es viele Theorien und Hypothesen.
Am meisten diskutiert werden die folgenden:

*****hier wurden Güter auf Schlitten befördert, welche dann die Schleifspuren im Stein bewirkten
*****es handelt sich um Gleise für Karren, in denen ebenfalls Güter befördert wurden
*****es handelt sich um ein Bewässerungssystem.


Schlitten- oder Karrengleise
Diese beiden Theorien eines Transportsystems werden am häufigsten diskutiert. Die eine besagt, die damaligen Bewohner haben etwas auf Schlitten befördert, was dann mit der Zeit die Spuren (Rillen) hinterließ; die zweite glaubt, dass die Bewohner diese Rillen herstellten, um in ihren Karren etwas zu befördern.
Die Theorie der Schleifspuren, die von Schlitten erzeugt wurden, hat folgende Kritik hervorgerufen: Die Schlitten müssten mit schweren Gütern beladen worden sein, was ferner impliziert, dass genügend Kraft hätte vorhanden sein müssen, um sie zu bewegen (die Besiedlungsdichte Maltas zur damaligen Zeit und somit das Vorhandensein von Arbeitskräften lässt dies nicht unbedingt vermuten). Ein Karren, egal was man auf ihm befördert hätte, müsste wiederum Räder von mindestens etwa 1,4 Meter haben.
Eine Theorie nimmt an, dass das Beförderungsmittel dazu diente, die großen Blöcke von Kalkstein zu den Baustellen der Tempel zu bringen. Auch diese Theorie hat einen Makel: Die Schleifspuren sind zwar auf unzähligen Stellen der Insel zu finden, allerdings ausgerechnet nicht dort, wo sich heute die Tempel befinden. In diesem Zusammenhang wurden auch die Möglichkeiten erörtert, die Blöcke seien in den Rillen auf großen, aus Stein gehauenen Kugeln befördert worden; die Berechnungen ergaben jedoch, dass die Kugeln die Last nie hätten tragen können.


Bewässerungssystem
Diese ebenfalls lebhaft diskutierte Hypothese verweist auf den Umstand, dass der Boden Maltas relativ unfruchtbar ist. Mit wachsender Bevölkerungszahl könnte es immer schwieriger geworden sein, die Menschen zu versorgen. Daher könnten umfangreiche Bewässerungsanlagen für die Felder errichtet worden sein.


Sonstige Erklärungsversuche
Es gibt noch weitere, noch weniger bestätigte Erklärungsversuche. Der maltesische Archäologe Anthony Bonann datierte die Entstehung der Rillen auf das 7. Jahrhundert v. Chr. Ihm zufolge handelte es sich um Vorrichtungen der Phönizier. Die Menge der Spuren ist jedoch mit der relativ geringen Bautätigkeit der Phönizier auf Malta nicht in Einklang zu bringen.

Für andere Erklärungen war der Umstand von großer Bedeutung, dass die Spuren in den meisten Fällen in Richtung Meer verlaufen. Problematisch ist, dass der Kalkstein, der sich unter dem Meeresspiegel befindet, durch Wellengang weitgehend angegriffen ist. Einige Quellen versuchen dennoch zu behaupten, dass die Spuren bis in die Tiefe von 70 Meter zu verfolgen seien. Weil man jedoch recht genau weiß, wie der Meeresspiegel im Mittelmeer schwankte, würde dies bedeuten, dass die Spuren mindestens zwölftausend Jahre alt sind. Diese Hypothese wurde auch von Erich von Däniken vertreten, der die Spuren als Start- und Landeplätze außerirdischer Wesen zu erkennen glaubte. Es fehlen auch nicht die Meinungen, bei Malta handele es sich um Überreste des sagenhaften Atlantis.





Quelle: wikipedia

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