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 Odysseus auf Gozo?!
torsten Offline

Großmeister

Beiträge: 386

05.06.2007 09:13
Odysseus auf Gozo?! Antworten
Odysseus

Sie wussten nicht, dass die Nymphe Calypso auf Gozo lebte und Odysseus verzauberte?



Jeder kennt die Legende um Odysseus, wie er auf einer Insel strandete und dort für 7 Jahre von der Nymphe Calypso fest gehalten wurde, bevor er wieder zu seinen Sinnen kam und Aufbrach um zurück zu seiner geliebten und loyalen Frau, Penelopez, zu kehren. Die Legende besagt, dass die Insel auf der er strandete Gozo sei. Es gibt keine eindeutigen Beweise, die dies bestätigen könnten, jedoch liegt die Vermutung nahe, dass Odysseus tatsächlich von Gozo in Richtung Ithaka gesegelt haben mag. Denn die kleine Schwester Maltas, südlich von Sizilien im Mittelmeer gelegen, passt am besten auf die Beschreibung des griechischen Dichters Homer und wird mit der antiken Insel Ogygia gleichgesetzt.



Im Norden des Eilandes liegt neben dem Ramla Bay die 15 Meter hohe Höhle, in der die Nymphe Calypso gelebt haben soll. Von dort genießt man einen wunderschönen Blick auf den roten Sandstrand des Ramla Bay und das Meer.

Der Held des Trojanischen Krieges hatte, so schildert es Homer, den Untergang seines Schiffes vor der Küste Siziliens als einziger überlebt und war neun Tage lang mit einem Floß über das offene Meer getrieben und war neun Tage lang mit einem Floß über das offene Meer getrieben. Dann landete er auf einer Insel, die Homer Ogygia nennt: „Fern auf dem Meer liegt Ogygia, die Insel, wo des Atlas’ Tochter wohnt, die listenreiche Kalypso, die schöngelockte, die furchtbare Göttin.“ Die Nymphe lockt den Griechen auf ihr Lager und bietet ihm Unsterblichkeit an, er jedoch sehnt sich nach seiner fernen Heimat. Sieben Jahre vergehen, bis der griechische Göttervater Zeus den Boten Hermes zur Kalypso sendet und ihr befiehlt, Odysseus ein Floß zu bauen und nach Ithaka aufbrechen zu lassen.

Die Grotte, deren Eingang heute durch heruntergestürzte Felsbrocken zum Teil blockiert ist, liegt sehr idyllisch über der Bucht. Die Vermutung, dies sei die Höhle der Kalypso, ist aber eher einer der zahlreichen landestypischen Legenden. Wie der Malta-Spezialist Ernle Bradford nachweist, sprechen allerdings plausible Argumente für eine mythologisch-historische Verbindung der maltesischen Inseln mit der Göttin Kalypso und der Irrfahrt des Odysseus. Malta liegt nahe der Meerenge zwischen Italien und Sizilien, wo man die tückischen Klippen der Skylla und den Strudel der Charybdis identifizieren kann. Hier lag zweifelsfrei der Ort des Schiffbruchs. Meeresströmung und Winde konnten Odysseus in der angegebenen Zeit von neun Tagen durchaus 111 km weit nach Süden getrieben haben. Aber auch etymologische Parallelen sprechen für diese Vermutung. Die Phönizier, die zur Entstehungszeit des Homerschen Epos die Insel beherrschten, nannten sie Malet, ein Wort, das „Zufluchtsort“ oder „Versteck“ bedeutet und sicherlich auf die für Seefahrer wichtigen Naturhäfen Maltas anspielt.

Der Name Kalypso aber geht auf die griechische Wurzel „Kalyptein“ zurück, die ebenfalls „verbergen“ oder „verborgen“ bedeutet. In der geheimnisvollen Grotte der Göttin kann man nun tatsächlich eine Anspielung auf die megalithischen Tempel Maltas sehen, die damals überdacht und mit bauchigen Formen ganz bewusst in Erdgrotten nachgebildet waren. Zudem legt der mythologische Stammbaum, den Homer der „fruchtbaren Göttin“ zuschreibt, Andeutungen auf die historisch ältere Epoche der Fruchtbarkeitsgottheit nahe. Im System der griechischen Mythologie ist Kalypso eine Meeresnymphe, eine der 3000 Töchter des Odysseus, der wiederum als Sohn der Gaia, der Erd- und Muttergöttin, gilt und damit zu dem titanischen Göttergeschlecht gehört, das von Zeus gestürzt wurde. Ursprünglich der Gott des breiten Meeresstroms, der sich um die Erdscheibe schlingt, beherrscht er bei Homer das Reich der Unterwelt. Zwar sind die Symbole, mit der Homer die Kalypso beschreibt, Attribute einer Todesgöttin, aber wie die böotische Hekate (Griechenland) und die phrygische Kybele (Kleinasien) verkörpert sie zugleich Fruchtbarkeit und Magie – symbolisiert im Mond, dem uralten Gestirn der Muttergöttin.

So könnten im Homers Epos, das heute als durchaus realitätsnahe Anleitung für die Mittelmeerseefahrt interpretiert wird, Bericht mykenischer Seeleute eingeflossen sein, die sich auf die nachmegalithische Besiedlungsphase Ende des 2. Jhd. vor Chr. beziehen, als in den Tempeln Todeskulte und Brandbestattungen vollzogen wurden. Möglich ist aber auch, dass die Figur der Kalypso schon damals nur einer Erinnerung an die alte Epoche der Muttergottheiten war.




Bilderquelle:
wikipedia, imalta.de, malta.bechold-online.de, maltavista.net, visitmalta.com, http://www.gozo.de

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