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 Gozo
torsten Offline

Großmeister

Beiträge: 386

29.05.2007 12:52
Gozo Antworten
Insel Gozo

Gozo (auf maltesisch Għawdex, gesprochen Audesch) ist die zweitgrößte der vier Inseln die den Archipel der Republik Malta bilden.



Geografie und Infrastruktur
Gozo liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich der Hauptinsel des Maltesischen Archipels. Die Flächengröße beträgt 67 km², die längste Ausdehnung misst 14 Kilometer, und die Küstenlinie ist 43 Kilometer lang. Im Westteil erreicht Gozo mit 176 Metern seine höchste Erhebung.

In vierzehn Orten leben etwa 31.000 Menschen, die meisten in der Inselhauptstadt Victoria (Rabat) mit zirka 6.800 Einwohnern. Die übrigen Siedlungen haben dörflichen Charakter, in denen jeweils nicht mehr als 2.000 Menschen wohnen. Die Verbindung zur Insel Malta wird durch Autofähren gewährleistet, die tagsüber im 45-Minuten-Takt zwischen dem Gozohafen Mġarr und dem Fähranleger Ċirkewwa an der Nordwestküste Maltas hin und her pendeln. Außerdem besteht eine regelmäßige Hubschrauberverbindung, die über die fünf Kilometer westlich der Inselhauptstadt gelegene Landestelle und dem Luqa Airport auf Malta realisiert wird.



Haupterwerbszweig auf Gozo ist die Landwirtschaft, in der etwa 1.000 Einwohner beschäftigt sind. Für ein Viertel von ihnen ist es aber nur ein Nebenerwerb. Immerhin wird die Landwirtschaft so intensiv betrieben, dass Gozo den gesamten Maltesischen Archipel zu 60 Prozent mit Nahrungsgütern versorgen kann. Daneben spielen die Meersalzgewinnung und der Kalksandsteinabbau als Wirtschaftsfaktoren eine Rolle. Immer mehr gewinnt der Tourismus als Einnahmequelle an Bedeutung.


Geschichte
Auf Gozo lebten schon im 5. Jahrtausend v. Chr. Menschen, die wahrscheinlich aus Sizilien eingewandert sind. Noch vor der Mitte des 4. Jahrtausends errichteten sie auf dem Plateau südlich des heutigen Ortes Xagħra die neolithische Ġgantija-Tempelanlage, eine der ältesten des Archipels. Dreitausend Jahre später gaben die Phönizier der Insel den Namen „Göl“, die nachfolgenden Griechen und Römer machten daraus „Gaulus“, und erst ab dem 14. Jahrhundert n. Chr. ist der heutige Name bekannt.

Im Juli 1551 überfielen Ottomanen unter Sinan Pascha und Turgut Reis Gozo, verschleppten alle arbeitsfähigen Einwohner als Sklaven nach Libyen und brachten den Rest der Bevölkerung um. Daraufhin wurden durch den Malteserorden die Befestigungsanlagen der Insel verstärkt. Für den Orden war Gozo ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor, denn auf dem der Insel vorgelagerten Felsen Fungus Rock ernteten sie den nur dort vorkommenden „Malterserschwamm“, eine Pflanze, der sie blutstillende Wirkung zuschrieben, und die sie neben der eigenen Anwendung für viel Geld an die die europäischen Fürstenhäuser verkauften. Später stellte sich heraus, dass die Pflanze keinerlei medizinische Wirkung entfaltet.

Als sich die Malteserritter unter ihrem Großmeister Ferdinand von Hompesch zu Bolheim 1798 kampflos den Truppen Napoleons ergaben, begehrten Gozos Einwohner gegen die Besetzung ihrer Insel durch die Franzosen auf. Die im September auf der Insel gelandeten Soldaten wurden gefangen genommen und in der Zitadelle von Rabat festgesetzt. Im darauf folgenden Oktober rief Gozo seine Unabhängigkeit aus und gab sich den Namen „La Nazione Gozitana“ (Der Staat Gozo). Mit der Inbesitznahme des Maltesischen Archipels durch die Briten hatte die Selbstständigkeit im September 1800 schon wieder ein Ende. (Siehe auch Hauptartikel: La Nazione Gozitana)



Der britischen Herrschaft verdankt Gozo unter anderem die Ausgrabung des Ġgantija-Tempels, die 1827 vom britischen Inselkommandanten Otto Bayer angeordnet wurde, die 1897 vorgenommene Umbenennung ihrer Hauptstadt Rabat in Victoria und 1915 die Einrichtung des Stadtparks von Victoria.

1987 erreichte Gozo ein Stück Autonomie zurück, als die Insel zusammen mit ihrer Nachbarinsel Comino zu einem eigenständigen Verwaltungsbezirk erhoben wurde. Für diesen Verwaltungsbezirk wurde eigens ein Minister mit eigenem Etat ernannt.




Flora und Fauna
Vor allem in den Frühjahrsmonaten zeigt sich Gozo deutlich grüner als ihre Schwesterinsel Malta. Dies hängt von drei Faktoren ab. Zum einen hat sich auf dem unfruchtbarem Kalksandstein, aus dem alle Inseln Maltas vornehmlich bestehen, mehr fruchtbare Erde abgelagert als auf Malta, welche eine Grundlage für das Pflanzenwachstum bildet. Des Weiteren gibt es auf Gozo mehrere unterirdische Wasservorkommen, die für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung des Landes angebohrt werden konnten. Und zuletzt ist die Bevölkerungsdichte auf Gozo deutlich geringer als auf Malta, so dass größere Freiflächen zwischen den Städten verbleiben. Die Gozitaner nennen ihre Insel daher gerne die Grüne Insel, obgleich die Vegetation mit mitteleuropäischen Verhältnissen verglichen immer noch sehr karg wirkt. Die Engländer brachten die glattblättrige Opuntie nach Malta, die hier nicht endemisch war.




Religion
Seit 1864 existiert auf Gozo ein eigenes Bistum. Es gehört zum Erzbistum Malta, hat 15 Pfarreien mit 165 Diözesanpriestern sowie 23 Ordenspriestern und eine Fläche von 67 km². Von den über 30.000 Einwohnern, sind 98% Katholiken. Es gibt außerdem 109 Ordensschwestern. Mario Grech wurde am 26. November 2005 von Papst Benedikt XVI. zum dortigen Bischof als Nachfolger von Bischof Nikol J. Cauchi ernannt.


Hauptstadt von Gozo: Victoria
Victoria (auch: Victoria Rabat) ist die Hauptstadt der maltesischen Insel Gozo mit etwa 7.000 Einwohnern. Bis 1887 trug die Stadt den arabischen Namen Rabat, was so viel wie „befestigte Stadt“ heißt. Sie liegt in der Mitte Gozos und umfasst ein Viertel der Insel-Bevölkerung. Victoria ist auch der Mittelpunkt des Lebens auf der Insel und gleichzeitig Kulturzentrum.



Geschichte
Archäologischen Funden zufolge war das Gebiet schon in der Bronzezeit besiedelt.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. errichteten die Römer eine Siedlung an dieser Stelle, in der auch die Byzantiner von 535 bis 870 wohnten. Während der arabischen Besetzung (bis 1127) bekam die Siedlung den Namen Rabat. Damals bestand sie im Wesentlichen aus einer Zitadelle, in der die Bewohner Gozos Schutz vor den Angriffen von Piraten suchen konnten. Trotzdem wurde im Juli 1551 nahezu die gesamte Einwohnerschaft Gozos und Rabats von Sklavenjägern gefangen und auf die Sklavenmärkte Nordafrikas verbracht.
Die Siedlung blieb in den folgenden Jahre zu einem großen Teil unbewohnt. 1599 begann der Wiederaufbau der Zitadelle, die dann alle Bewohner Gozos nachts aufzusuchen hatten. Nach der Abschaffung dieses Gesetzes blieb die Zitadelle meist unbewohnt.

1814 kamen Malta und Gozo unter britische Herrschaft. 1864 wurde Gozo eine eigenständige Diözese mit Rabat als Sitz des Bischofs.
1887, zum Goldenen Thronjubiläum von Queen Victoria I., beantragten der Bischof und ein hoher Justizbeamter Gozos die Umbenennung Rabats zu Victoria. Damit verknüpften sie die Bitte um Erteilung der Stadtrechte. Am 10. Juni 1887 wurde diesen Anträgen vom Gouverneur Maltas stattgegeben, die Gemeinde Rabat wurde zur Stadt Victoria. Im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden die Bewohner Gozos aber bis heute den ursprünglichen Namen.



Bevölkerungsentwicklung
Die Gegend um das heutige Victoria war in antiker und mittelalterlicher Zeit beständig von 1700 bis 2000 Menschen bewohnt gewesen. Schon im Spätmittelalter begann die Einwohnerzahl aber zu steigen, insbesondere in Rabat.
Bis 1530 gab es mehr als 5.000 Einwohner rund um die Zitadelle. Die Versklavung eines Großteils der Bevölkerung 1551 führte dann zu einem Einbruch, von dem sich Gozo und Rabat lange nicht erholten. Ab dem Jahr 1667 sind verlässliche Zensusdaten zur Einwohnerzahl Rabats/Victorias vorhanden.

Nach dem Rückschlag 1551 stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich an, unterbrochen nur durch das Jahrzehnt nach 1957, in dem Massenemigrationen die Zahl sinken ließen.

Sehenswürdigkeiten
Die Stadt Victoria hat zwei Kirchengemeinden: Die Kathedrale Santa Marija (erbaut 1697 nach Entwürfen des Barockbaumeisters Lorenzo Gafà ist die Hauptkirche der Diözese von Gozo und Comino und schmuckvoll ausgestattet, unter anderem mit einer Statue der Maria, der die Kirche geweiht ist.

Die barocke Basilika San Ġorġ des Heiligen Georg stammt aus dem Mittelalter und wird auch als die goldene Kirche bezeichnet. Sie ist vollständig mit Marmor verkleidet. Auch die Basilika ist reich ausgestattet mit Gemälden und Statuen. Sie befindet sich an der Pjazza San Ġorġ, die südlich des Marktplatzes liegt.

Der Marktplatz, der von einheimischen it-Tokk genannt wird befindet sich am Fuße der Zitadelle auf der Pjazza Indipendenza und ist jeden Tag bis Mittag geöffnet.

Ebenso eine Sehenswürdigkeit ist die Zitadelle, von deren Befestigungen man einen hervorragenden Blick über die Insel hat. In der Zitadelle befinden sich neben einem Museum auch die Kathedrale Gozos sowie das Gerichtsgebäude.

Der Westen Gozos, das Dwejra genannte Gebiet, ist die Hauptattraktion der Insel. Hier liegen der durch einen Tunnel mit dem Meer verbundene
Inlandsee,

der Fungus Rock, die Heimat des Malteserschwamms
das Azur Window (malt. Zerka Tor)
die Salzpfannen
Aquädukt von Kerċem





Archäologische Denkmäler sind u.a.:
Ġgantija
Brochtorff Circle


Mauern soweit das Auge reicht

Während der Brache ist diese Erde Winden und Regenfällen schutzlos ausgesetzt und daher ständig von Erosion bedroht. So haben die Bauern die Felder mit hüfthohen Steinwällen umgeben, die den Wind brechen und Abschwemmungen stoppen. Diese Mauern teilen die Flure in viele Parzellen, die wie kleine Gärten erscheinen. Da zudem das hügelige Gelände stark terrassiert ist, türmen sich so in horizontaler Perspektive Mauern über Mauern, hinter denen sich die Ackerflächen verbergen.



Die Parzellenwirtschaft mit ihrer extremen Landzersplitterung liegt jedoch in den traditionellen Formen der Erbteilung begründet. Da sich bei guten Böden oder künstlich bewässertem Land eine Nutzung selbst auf kleinsten Parzellen noch lohnt, wurden die Anbauflächen immer winziger. Kleinbäuerliche Betriebe sind daher bis heute die Regel. Die meisten Landwirte bewirtschaften weniger als 5 ha und müssen zusätzliche Flächen anpachten. Die Abhängigkeit von den Großgrundbesitzern und der Kirche als größte Landeigentümerin Maltas war insofern erheblich und Grundlage eines ausgeprägten Patronagesystems.

Insgesamt jedoch sind solche Regionen selten, denn in der Regel fehlen Vorraussetzungen, wie ein leicht erreichbarer Grundwasserspiegel oder natürliche Quellen. Doch dort, wo die Wasserversorgung gesichert ist, sind die Anbauflächen das ganze Jahr über grün und tragen bis zu drei Ernten. Wie seit Jahrhunderten fördern Windräder das kostbare Nass in zisternenartige Speicher, aus denen es über Felder verteilt wird.

Der Aufwand, mit dem die Malteser die Äcker pflegen, steht in krassem Gegensatz zu ihrer Gleichgültigkeit dem Naturland gegenüber. Die unfruchtbaren Ebenen gelten schlicht als Ödland (Moxa), welches höchstens als Ziegenweide genutzt werden kann. Für alle Inselbewohner gleichermaßen nutzlos, wird sie im schlimmsten Fall als Müllkippe benutzt.





Museen in Gozo

Folklore Museum - Zitadelle in Victoria
Archäologie Museum - Zitadelle in Victoria
Naturkundemuseum - Zitadelle in Victoria
Ggantija Tempel - Xaghra
Ta' Kola Windmühle Museum – Xaghra
Gozo Kathedrale Museum
Puppen Museum - Xaghra
NINU'S CAVE 17
XERRI'S GROTTO
Archäologie Museum - Zitadelle in Victoria
Öffnungszeiten: (an öffentlichen Feiertagen geschlossen)
01.10. - 31.03., Montags - Samstags : 08.30 - 16.30
01.04. - 15.06., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
16.06. - 15.09., Montags - Samstags : 08.30 - 19.00
16.09. - 30.09., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
Sonntags ganzjährig geöffnet: 08.30 - 15.00 Uhr

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Folklore Museum - Zitadelle in Victoria
Öffnungszeiten: (an öffentlichen Feiertagen geschlossen)

01.10. - 31.03., Montags - Samstags : 08.30 - 16.30
01.04. - 15.06., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
16.06. - 15.09., Montags - Samstags : 08.30 - 19.00
16.09. - 30.09., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
Sonntags ganzjährig geöffnet : 08.30 - 15.00 Uhr

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Naturkundemuseum - Zitadelle in Victoria
Öffnungszeiten: (an öffentlichen Feiertagen geschlossen)

01.10. - 31.03., Montags - Samstags : 08.30 - 16.30
01.04. - 15.06., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
16.06. - 15.09., Montags - Samstags : 08.30 - 19.00
16.09. - 30.09., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
Sonntags ganzjährig geöffnet : 08.30 - 15.00 Uhr

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Ggantija Tempel - Xaghra
Öffnungszeiten: (an öffentlichen Feiertagen geschlossen)

01.10. - 31.03., Montags - Samstags : 08.30 - 16.30
01.04. - 15.06., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
16.06. - 15.09., Montags - Samstags : 08.30 - 19.00
16.09. - 30.09., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
Sonntags ganzjährig geöffnet : 08.30 - 15.00 Uhr

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Ta' Kola Windmühle Museum – Xaghra
Öffnungszeiten: (an öffentlichen Feiertagen geschlossen)

01.10. - 31.03., Montags - Samstags : 08.30 - 16.30
01.04. - 15.06., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
16.06. - 15.09., Montags - Samstags : 08.30 - 19.00
16.09. - 30.09., Montags - Samstags : 08.30 - 18.30
Sonntags ganzjährig geöffnet : 08.30 - 15.00 Uhr

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Gozo Kathedrale Museum (Tel: 556087, 556443)
Öffnungszeiten: Täglich 13.30 zwischen 16.30
(an Sonntagen und an Feiertagen geschlossen)
Eintrittspreis: 30 cents


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Puppen Museum - Xaghra (Telephone: 562489)
Öffnungszeiten: Montags - Samstags : 10.00 - 12.00 15.00 - 18.00 (an Sonntagen und an Feiertagen geschlossen)
Eintrittspreise : Lm 0.85 (Erwachsene) Lm 0.35 (Kinder und Erwachsene )


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NINU'S CAVE 17 January Street - Xaghra (Tel: 556863)
Öffnungszeiten: Tägl. - 08.30 - 18.00
Eintrittspreis: 25 cent



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XERRI'S GROTTO - Gnien Imrik Street, Xaghra (Tel: (+356) 560572) Öffnungszeiten: Tägl. - 09.00 - 18.00
Eintrittspreis: 50 cents



Tempelanlage von Ggantija

Über allem strahlt der azurblaue Himmel. Der Eingang des größeren Tempelkomplexes ist durch eine große, steinerne Platte markiert. Dahinter türmen sich die Steinquader der runden Wände bis zu 8 m hoch auf und der weiteste Abstand zwischen den Tempelwänden beträgt über 23 m. Steinquader ist durchsetzt von dichten, lilafarbenen Bougainvillea-Sträuchern und wilden Blumenbeeten. Über allem strahlt der azurblaue Himmel. Der Eingang des größeren Tempelkomplexes ist durch eine große, steinerne Platte markiert. Dahinter türmen sich die Steinquader der runden Wände bis zu 8 m hoch auf und der weiteste Abstand zwischen den Tempelwänden beträgt über 23 m. In der hinteren Apsis wurden zwei Steinköpfe gefunden, von denen man vermutet, dass sie zu ähnlichen Statuen weiblicher Gottheiten gehören, wie sie in den Tempelanlagen von Tarxien auf Malta gefunden wurden.

Diese Funde werden im Archäologischen Museum in Victoria ausgestellt. Im Zentrum der hinteren beiden Apsiden des kleineren, wohl auch jüngeren Tempels befindet sich ein kleiner Altar. Spuren deuten darauf hin, dass die Innenwände mit Stuck verziert und bemalt waren. Auf einigen Steinplatten sind mit etwas Mühe noch spiralförmige Verzierungen auszumachen.





Sagen und Legenden

Tas-Salvatur

Eine andere Legende sagt, daß Gott die Leute von Gozo bestrafte, indem er die Insel für drei ganze Tage in dunkeltheit tauchte. Am Ende dieser drei Tage wurde ein Lichtstrahl (merżuq) gesehen, der aus dem Hügel herauskam der danach 'Tal-Merżu'q benannt wurde.

Die erste Statue wurde 1904 auf dem Hügel errichtet, Es ersetzte ein hölzernes Kreuz, das schon früher aufgerichtet worden war. Die Statue war allerdings nicht gegen die Wind und Wetter beständig und mußte in den Sechzigern ersetzt werden. Auch diese neue Statue wurde zerstört, als sein stützender Untersatz innen während eines Gewittersturms nachgab. Trümmerstücke dieser Statue können noch heute um den Gipfel verstreut gefunden werden.

Die heutige Statue ist auch verstärktem Beton gebildet und bisher noch standfest. Es ist eine kleinere Kopie der Statue von Jesus auf dem Corcovado Berg oberhalb von Rio de Janeiro.


Kalypso und Odysseus

Der Held des Trojanischen Krieges hatte, so schildert es Homer, den Untergang seines Schiffes vor der Küste Siziliens als einziger überlebt und war neun Tage lang mit einem Floß über das offene Meer getrieben und war neun Tage lang mit einem Floß über das offene Meer getrieben. Dann landete er auf einer Insel, die Homer Ogygia nennt: „Fern auf dem Meer liegt Ogygia, die Insel, wo des Atlas’ Tochter wohnt, die listenreiche Kalypso, die schöngelockte, die furchtbare Göttin.“ Die Nymphe lockt den Griechen auf ihr Lager und bietet ihm Unsterblichkeit an, er jedoch sehnt sich nach seiner fernen Heimat. Sieben Jahre vergehen, bis der griechische Göttervater Zeus den Boten Hermes zur Kalypso sendet und ihr befiehlt, Odysseus ein Floß zu bauen und nach Ithaka aufbrechen zu lassen.

Die Grotte, deren Eingang heute durch heruntergestürzte Felsbrocken zum Teil blockiert ist, liegt sehr idyllisch über der Bucht. Die Vermutung, dies sei die Höhle der Kalypso, ist aber eher einer der zahlreichen landestypischen Legenden. Wie der Malta-Spezialist Ernle Bradford nachweist, sprechen allerdings plausible Argumente für eine mythologisch-historische Verbindung der maltesischen Inseln mit der Göttin Kalypso und der Irrfahrt des Odysseus. Malta liegt nahe der Meerenge zwischen Italien und Sizilien, wo man die tückischen Klippen der Skylla und den Strudel der Charybdis identifizieren kann. Hier lag zweifelsfrei der Ort des Schiffbruchs. Meeresströmung und Winde konnten Odysseus in der angegebenen Zeit von neun Tagen durchaus 111 km weit nach Süden getrieben haben. Aber auch etymologische Parallelen sprechen für diese Vermutung. Die Phönizier, die zur Entstehungszeit des Homerschen Epos die Insel beherrschten, nannten sie Malet, ein Wort, das „Zufluchtsort“ oder „Versteck“ bedeutet und sicherlich auf die für Seefahrer wichtigen Naturhäfen Maltas anspielt. Der Name Kalypso aber geht auf die griechische Wurzel „Kalyptein“ zurück, die ebenfalls „verbergen“ oder „verborgen“ bedeutet. In der geheimnisvollen Grotte der Göttin kann man nun tatsächlich eine Anspielung auf die megalithischen Tempel Maltas sehen, die damals überdacht und mit bauchigen Formen ganz bewusst in Erdgrotten nachgebildet waren. Zudem legt der mythologische Stammbaum, den Homer der „fruchtbaren Göttin“ zuschreibt, Andeutungen auf die historisch ältere Epoche der Fruchtbarkeitsgottheit nahe. Im System der griechischen Mythologie ist Kalypso eine Meeresnymphe, eine der 3000 Töchter des Odysseus, der wiederum als Sohn der Gaia, der Erd- und Muttergöttin, gilt und damit zu dem titanischen Göttergeschlecht gehört, das von Zeus gestürzt wurde. Ursprünglich der Gott des breiten Meeresstroms, der sich um die Erdscheibe schlingt, beherrscht er bei Homer das Reich der Unterwelt. Zwar sind die Symbole, mit der Homer die Kalypso beschreibt, Attribute einer Todesgöttin, aber wie die böotische Hekate (Griechenland) und die phrygische Kybele (Kleinasien) verkörpert sie zugleich Fruchtbarkeit und Magie – symbolisiert im Mond, dem uralten Gestirn der Muttergöttin.

So könnten im Homers Epos, das heute als durchaus realitätsnahe Anleitung für die Mittelmeerseefahrt interpretiert wird, Bericht mykenischer Seeleute eingeflossen sein, die sich auf die nachmegalithische Besiedlungsphase Ende des 2. Jhd. vor Chr. beziehen, als in den Tempeln Todeskulte und Brandbestattungen vollzogen wurden. Möglich ist aber auch, dass die Figur der Kalypso schon damals nur einer Erinnerung an die alte Epoche der Muttergottheiten war.



Bilderquelle:
wikipedia, imalta.de, malta.bechold-online.de, maltavista.net, visitmalta.com


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