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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Öffentliches Verkehrswesen
torsten Offline

Großmeister

Beiträge: 386

27.06.2008 12:30
Bus - System und ihre Geschichte Antworten
Das Bus - System

Geschichte der Busse auf Malta
Die ersten Transportfahrzeuge in Malta, war die Malta Railway (Zugverbindung zw. Valletta und Rabat), Lastwagen und Droschken, welche von Pferden gezogen wurden. Den Bus gibt es seit 1905 in Malta. Dieser hat die ehemalige Zugverbindung sehr stark beeinträchtigt. Die Busse waren beliebter als der Zug. Ein zusätzlicher Faktor war der Preis, die Busse waren billiger. Am 31. März 1931 war die Zugverbindung das letzte Mal in betrieb. Überbleibsel des Zuges kann man noch im Museum von Malta ansehen.





In 1905 hat ein gewisser Mr. Spileri die Erlaubnis erhalten, Busse aus dem United Kingdom zu importieren. Malta war ein wichtiger Militärstützpunkt und der Transport hatte hohe Priorität zu dieser Zeit. Als erstes wurden 6 Thornycroft importiert, diese operierten zw. Valletta und St. Andrews. Später wurden weitere Busse hinzugekauft und eine neue Linie zw. Valletta und St. Julians wurde in Betrieb genommen. Am Anfang war die Farbe der Busse ein gelbliches grün mit einem schwarzen Streifen. Doch schon bald darauf haben mehrere Malteser Lastwagen gekauft und diese zu Bussen umfunktioniert. In kürzester Zeit gab es viele verschiedene Busse in Malta.

In 1920 wurden 6 Daimler (schwere Lastwagen) von der B.M.C. (British Motor Company) importiert. Diese wurden ebenfalls zu Bussen umfunktioniert. Da sie sehr unbequem waren, wurden sie nie sehr beliebt.

In 1921 wurde eine öffentliche Transportfirma geformt. Sie war unter den Namen: Cottonera Motor Bus Company bekannt und wurde von Mr. Williams Soles geleitet. Die ersten zwei Busse dieser Firma waren ein amerikanischer Chevrolet und ein Ford V8 (diesem wurde ein Dach aus Holz aufgesetzt, welches von örtlichen Schreinern gefertigt wurde). Zu dieser Zeit wurden mehrere Schreiner von dieser Firma angeheuert zusätzliche Karoserie-Teile herzustellen, so dass die Firma ihre Fahrzeugflotte schnell erweitern konnte.

In 1929 wurden die ersten Verkehrsregeln eingeführt. In 1930 betrug die Anzahl der Busse 385. Die finanzielle Lage der Eigentümer war hingegen kritisch. Diese Situation spiegelte sich auf die Konditionen, Lebensdauer und Straßenbewusstsein der Fahrzeuge wieder. Einige Firmen waren ohne jegliches Kapital und die Busfahrer mussten auf Eigeninitiative weiter arbeiten. Dies führte zu einem starken Konkurrenzkampf zwischen den Fahrern. Als Konsequenz wurden die Busse überfüllt und die Fahrgeschwindigkeit erhöht. Diese Maßnahmen führten manchmal vor Gericht. Es gab aber auch Ärger und Streitereien zwischen den Fahrern. Einige trugen mit diesen illegalen Maßnahmen einen dicken Beutel mit Geld nach Hause, während andere nicht einmal die Ausgaben decken konnten.

In 1931 wurde ein Verkehrskontroll-Gremium gegründet. Aufgabe war es Zeitpläne und neue Linien einzuführen. Die Besitzer der Busse waren zu dieser Zeit sehr stolz auf Ihre Busse und hielten sie in einen sehr guten Zustand. Zu jener Zeit wurden auch die ersten Busse mit individuellen Texten und Bildern verziert. Zudem hatte jede Linie ihre eigene Farbe mit der die Busse angestrichen wurden.

In dieser Zeit entschied das Verkehrskontroll-Gremium, dass die Anzahl der Busse auf 500 erhöht werden muss und dass diese in organisierten Gruppen arbeiten müssen.

Die B.M.C. war zu jener Zeit das einzige ausländische Unternehmen in Malta, welches Linienbusse betrieb. Natürlich war diese Firma nicht sehr glücklich über die Entscheidung, doch nach langem hin und her schloss sie sich mit der Sliema Bus Company wie verlangt zusammen.

Später versuchte die B.M.C. ein Monopol für die Linien nach Sliema zu erlangen. Es wurde sogar damit gedroht sich aus Malta zurück zu ziehen und die Busse nach Kairo zu verschiffen, falls man diesem unterfangen entgegen stände.

Nach einiger Zeit verlor die B.M.C. jedoch die Aussicht ein Monopol für die Linien nach Sliema zu erhalten und verkaufte das gesamte Geschäft an Mr. Joseph Gasan, einen maltesischen Geschäftsmann. Diesem gelang es Stück für Stück alle Buslinien nach Sliema aufzukaufen und somit ein Monopol für diesen Bereich der Insel zu errichten. Unter seiner Führung wurden ein diszipliniertes Führungsteam, eine zentrale Garage und ein Workshop errichtet. Mit der Zeit ersetzte er die unbeliebten Busse. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neue Busse hinzugekauft und umfunktioniert.

In 1955 fing er an die Busse für die Summen von Lm3500 bis Lm4000 zu verkaufen. Als er alle Busse verkauft hatte, half er den neuen Besitzern eine Firma zu gründen.

In 1971 wechselte die Regierungsspitze zu Dom Mintoff. Ein Punkt auf seiner Agenda war die Umstrukturierung des öffentlichen Transportes.

Für die Umstrukturierung wurde ein Gremium zusammengestellt. Nachdem eine Studie unternommen wurde, hat man entschieden alle Linienbusse zu einer Gruppe zusammen zu fassen, so dass jeder Fahrer das gleiche Gehalt erhält.

Ein Treffen mit den Besitzern der Linien wurde anberaumt und der neue Vorschlag eingebracht. Die Besitzer der profitablen Buslinien waren natürlich gegen den Vorschlag. Nach langen hin und her kam man zu dem Entschluss die Buslinien für ein Jahr zu drei Gruppen und im folgenden Jahr zu einer Gruppe zu formen. Aus einem Jahr wurden drei, doch am 17. November 1977 wurden die drei Gruppen zu einer vereint. Ein zentrales Komitee wird fortan alle zwei Jahre von den Busfahrern gewählt.

Im Moment operieren 508 Busse in Malta. Davon 254 auf den Linien. Der Rest ist zeitweise entweder stillgelegt oder operiert auf privaten Linien/Schulbus.





Bus-System auf Malta
Das Bus-System ist ganz einfach zu verstehen. Ein Bus fährt immer in zwei Richtungen, entweder von Valletta weg oder nach Valletta rein. Vor dem Tor von Valletta ist ein riesiger Kreisverkehr mit einem großen Springbrunnen in der Mitte, bei welchem sich alle Busse treffen.

Eine Bus-Fahrt kostet Lm0.20, ganz egal ob Ihr jetzt eine, zwei oder zwanzig Stationen fahrt. Falls Ihr in einen Ort fahren wollt, der weiter entfernt ist, z. B. auf der anderen Seite der Insel, dann kann es sein, dass man Lm0.50 bezahlen muss. Gezahlt wird beim einsteigen in den Bus.

Achtung: Man sollte für den Fahrschein immer Kleingeld parat haben. Größere Scheine können angenommen werden, ist aber in der Regel nicht der Fall.

Aber im Großen und Ganzen sind die Preise sehr vernünftig. Viele der Busse sind veraltet und in der Hochsaison auch meistens überfüllt. Es kann passieren, dass der Bus an Euch vorbei fährt weil er zu voll ist. Ein wichtiger Hinweis ist, dass wenn Ihr an der Bushaltestelle steht und Euer Bus am Anfahren ist, solltet Ihre nicht vergessen eure Hand zu heben, ansonsten fährt er nämlich vorbei. Mittlerweile gibt es ein paar neue Busse, aus China! Diese sind sehr viel moderner, aber vermitteln nicht das gleiche Flair wie die alten Maltesischen.

Die offizielle Farbe der Busse ist gelb mit einem orangenen Streifen an beiden Fahrtseiten. In Gozo sind die Busse grau und haben einen roten Streifen an den Fahrtseiten.

Jeder Bus hat eine Nummer in der Windschutzscheibe, diese Nummer gibt über den Fahrtweg des Busses Aufschluss.

Noch was lustiges: Im Bus den "Halteknopf" zu finden ist nicht immer so einfach wie man sich das wohl denken könnte. Manche Busse benutzen Schnüre an denen man ziehen muss, andere einen Streifen auf den man drücken muss, bei wieder anderen scheint es so, als ob man sich über einen lustig machen will, weil es so viele Knöpfe gibt und man nicht einmal weiß welchen man drücken muss. Das Beste ist wenn man den Knopf nach langer Suche endlich gefunden hat, ihn dann drückt, aber dieser defekt ist. Das passiert oft!

Tipp: Schaut einfach welchen Knopf die anderen im Bus drücken um anzuhalten, oder fragt jemanden der neben euch sitzt. Falls er nicht das gleiche Problem hat, werdet ihr auf jedenfalls eine freundliche Antwort erhalten.

Fahrtzeiten: Die Busse in Touristengebieten, wie bei St. Julians, Sliema und Valletta, operieren alle paar Minuten. Bei diesen Strecken gibt es keinen festen Zeitplan. Strecken bei denen kein reger Verkehr ist, operieren nur jede 30 Minuten oder jede Stunde. Hier gibt es einen geregelten Ablauf, der aber nicht auf Fahrplänen geregelt ist. Bei Problemen können Sie jederzeit andere Personen oder den Busfahrer fragen, diese helfen Ihnen gerne weiter.



Bus-System auf Gozo
Der Bus ist das einzigste öffentliche Verkehrsmittel in Gozo & Malta. Es ist auch das billigste Verkehrsmittel, verglichen mit dem Auto. In Gozo operieren die Busse jedoch nicht so oft wie in Malta, der Zeitplan kann deshalb etwas ungenau sein. Die Busse in Gozo sind im Kontrast zu denen auf Malta nicht gelb mit einem orangenen Streifen, sondern grau mit einem roten Streifen. Das liegt wahrscheinlich daran das die Einwohner von Gozo gerne unabhängig von Malta sind. Jeder Bus kann ungefähr 50 Fahrgäste aufnehmen. Die Kosten für eine Fahrt, egal ob eine, zwei, oder mehrere Stationen, kostet 20 maltesische Cent (0.46 Euro).

In Gozo befindet sich der Hauptbusbahnhof an der Triq il-Putirijal (Main Gate St.) in Victoria(Rabat). Alle Busse operieren von dieser Station, welche im Zentrum der Insel liegt, sternenartig zu den an den Küsten gelegenen Städten. Jeder Bus hat eine Nummer in der Windschutzscheibe, welche über den Fahrtweg des Busses aufschluss gibt. Im Sommer, während der Hauptsaison, fahren die Busse öfter als im Winter (Nebensaison). Zusätzlich gibt es in der Saison Querverbindungen, nach denen man sich am besten vor Ort erkundigt.

Einen Busplan erhält man beim Info-Büro am It-Tokk, bei dem Hauptbusbahnhof an der Triq il-Putrijal (Main Gate St.) in Victoria(Rabat) oder manchmal sogar in dem Bus.


torsten Offline

Großmeister

Beiträge: 386

27.06.2008 12:37
#2 Busrouten Antworten
Busrouten




In den Bussen kann man Routenpläne auf denen alle Strecken und zusätzliche Details vorhanden sind erhalten.

Mehr Informationen über die Busse in Malta sowie Fahrpläne(Routen, Preise, Sammelkarten) findet man auf der offiziellen Webseite von ATP: http://www.atp.com


Alle Routen der Busse:











Bilderquelle:
wikipedia, imalta.de, malta.bechold-online.de, maltavista.net, visitmalta.com

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